Artikel zum Einsatz vom 19.07.2018

Foto: FF Landscheid

Kampfmittelräumdienst im Einsatz
Entwarnung nach Fund von weißem Phosphor in Großlittgener Kiesgrube (Update)

Großlittgen. Gegen 13.15 Uhr ging der erste Alarm bei der Polizei ein, kurze Zeit später wurde die Feuerwehr alarmiert: Bei Arbeiten in einer Kiesgrube bei Großlittgen war ein Bagger mit der Schaufel auf eine Flasche mit einer unbekannten Flüssigkeit gestoßen. Von Petra Willems

Bei der Berührung mit dem Bagger entzündete sich eine Stichflamme.

Wie sich später herausstellte, waren die Flaschen mit einem Gemisch aus Benzol und einer geringen Menge weißen Phosphors (siehe Extra) gefüllt. Sie wurden nicht erst kürzlich in der Grube abgelegt, sondern lagen, so der Kampfmittelräumdienst, bereits seit längerem dort. Die Behälter stammen aus Weltkriegszeiten und wurden damals vermutlich als Wurfgeschosse benutzt, um etwa Ziele wie Panzer oder Häuser zu treffen.

Da zunächst nicht bekannt war, wie viele Flaschen mit der hochgiftigen Substanz dort im Boden liegen, wurde die Kiesgrube, die in der Nähe eines Bauernhofes liegt, großräumig abgesperrt. Direkt an der Fundstelle wurde anschließend die Erde mit einem Bagger freigelegt, um eventuell weitere Flaschen an die Oberfläche zu bringen und anschließend vom Kampfmittelräumdienst entsorgen zu können.

Die Bewohner von Großlittgen und den umliegenden Dörfern wurden am Nachmittag vorsichtshalber gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimageräte auszuschalten.

Gegen 17 Uhr herrschte dann Klarheit und es gab Entwarnung rund um das Einsatzgebiet. „Es wurden insgesamt zwei Flaschen gefunden. Sie wurden vom Kampfmittelräumdienst abtransportiert“, sagte Heiko Ensch, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und Leiter des Einsatzes am Donnerstag. Die zahlreich alarmierten Wehren und Einsatzkräfte konnten die Heimreise antreten, für die Bevölkerung bestand keine Gefahr mehr. Da alle Flaschen entfernt wurden, können am Freitag in der Grube die Arbeiten wie gewohnt fortgesetzt werden.

Im Einsatz waren am Donnerstagmittag die Führungsstaffel der Feuerwehr Wittlich-Land, die Feuerwehren aus Burg/Salm, Landscheid, Großlittgen, Salmtal, die technische Einsatzleitung Bernkastel-Wittlich, der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz, der Gefahrstoffzug des Landkreises Bernkastel-Wittlich, die Polizei Wittlich, der organisatorische Leiter des Deutschen Roten Kreuzes und die Schnelleinsatzgruppe der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes.

 

EXTRA: Weißer Phosphor

In seiner reinen Form hat Phosphor eine weiße Farbe. Weißer Phosphor ist die gefährlichste Form der Substanz, er ist hochgiftig. Schon 50 Milligramm sind für den Menschen tödlich. Der Tod tritt erst nach fünf bis zehn Tagen ein. Auch wird weißer Phosphor nur langsam ausgeschieden. Durch die langsame Giftwirkung eignet sich Phosphor als Rattengift. Weißer Phosphor kann auch zu Hautverbrennungen führen und diese Verbrennungen verursachen wiederum Schäden an Leber, Herz und Nieren. In fein verteiltem Zustand entzündet sich weißer Phosphor an der Luft von selbst, ab etwa 50 Grad Celsius entzünden sich auch kompakte Stücke und verbrennen zu Phosphor(V)-oxid. Daher muss weißer Phosphor unter Wasser aufbewahrt werden. Brennender Phosphor darf nicht mit Wasser gelöscht werden, da die Gefahr besteht, dass der Phosphorstaub in feine Ritzen gespült wird und sich nach Verdunstung des Wassers wieder selbst entzündet. Brennender Phosphor wird am besten mit Sand gelöscht.

 

Quelle: volksfreund.de

Datum: 19.07.2018 | 17:07 Uhr